Michaela Wittmann
09.02.2021 17:51

AGNI – Das Verdauungsfeuer

Agni ist das Feuer des Lebens, die biologische Essenz von allem Lebendigen.

Seine Hauptaufgabe ist die Umwandlung von Nahrung in Dosha, Dhatu (Gewebe) und Mala (Ausscheidungsprodukte). Im weiteren Sinne steht Agni für Vitalität, Ausstrahlung und Lebensfreude.

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Wörtlich bedeutet Agni: Das Feuer, das unentwegt in unserem Geist und Körper brennt und alle biologischen Lebensprozesse ausführt. Es ist das Feuer, das die Transformation einer Substanz in eine andere antreibt. Die am meisten ausgeprägte Funktion von Agni ist die Förderung der Verdauung. Die Körpertemperatur, das Immunsystem, Intelligenz, Gesundheit, Energie und mentales Befinden hängen vom Verdauungsfeuer ab.

In den vedischen Schriften ist Agni die treibende Kraft allen Lebens und hat den Ursprung tief im „Inneren“. Es ist untrennbar vom Bewusstsein. Agni steht somit auch für die geistige Verdauung, also die Verarbeitung von Sinneseindrücken und im weiteren Sinne für die Integration aller Erfahrungen in unserem Leben.

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Agni ist der Gegenpol zu Ama (Schlacken/Toxine). Wenn das Agni stark ist, entstehen keine Schlacken und die Toxine können verbrannt und ausgeschieden werden.

Im Pitta-Dosha ist die Agnikomponente präsent, so dass es seine Verdauungs- und Stoffwechselfunktionen bedingt hierdurch vollzieht. Pitta und Agni werden deshalb oft in einem Zusammenhang erwähnt. Sie sind aber nicht das Selbe!

Pitta ist eine Folge von Agni und das Produkt der subtilen Stoffwechselvorgänge im Gewebe, in der Verdauung und der geistigen Prozesse von Agni. Die Wirkungskette kann sich allerdings auch von in umgekehrter Reihenfolge vollziehen. Gibt es beispielsweise einen starken äußeren Pitta-Einfluss (durch zu viel Schärfe im Essen), wird das Agni vertrieben und Verdauungsstörungen stellen sich ein.

Das Agni ist in jedem Dosha anders präsent:

o   Ausgeglichenes Agni = TRIDOSHA

o   Unregelmäßiges Agni = VATA

o   Schwaches Agni = VATA / KAPHA

o   Zu starkes Agni = PITTA

Die Bedeutung des Stoffwechsels
Einem gut funktionierenden Stoffwechsel kommt im Ayurveda eine zentrale Aufgabe zu.
Es gibt verschiedene Ursachen einer gestörten Verdauung, ihnen allen gemeinsam ist, dass die unverdaute Nahrung zu Stoffwechselgiften führt, die den Körper sehr belasten und auf Dauer zu Krankheiten führen. Diese Stoffwechselgifte nennt man im Ayurveda "Ama".
Die Erhöhung der Verdauungskraft und der Abbau von Ama im Körper ist ein elementares Anliegen des Ayurveda

 

AMA – Stoffwechselrückstände

Ama bedeutet sinngemäß „unverdaut“. In der wörtlichen Übersetzung heißt es „zur Kurzlebigkeit führend“. Ama ist der Gegenpol zu Agni, dem Verdauungsfeuer. Ist die Verdauung schwach, kann selbst Nektar zu Gift werden!

Gärungsprozesse im Darm, Fäulnis, Übersäuerung und Fehlbesiedlung jeder Art (Darmpilze, schädliche Bakterienstämme) sind auf ein gestörtes und schwaches Agni zurückzuführen. Die Keime bilden für den Körper schädliche Giftstoffe. Diese gelangen dann durch den Darm in die Leitungsbahnen (Blut, Lymphe) und anschließend in die verschiedenen Gewebeschichten und verstopfen somit die Kanäle (Srotas) in unserem Körper.

Die Kanäle können physische Art sein, wie z.B. die Verdauungswege, das lymphatische System, Arterien und Venen, Kapillaren und den urogenitalen Bereich. Andere Kanäle sind die sog. Nadis, durch die unsere Energien fließen. Das schädliche Ama sammelt sich dort, wo eine Schwachstelle im Körper ist und führt zu struktureller und funktioneller Störung. Somit kommt es zum Dosha-Ungleichgewicht und zur Krankheit.

Das auf diese Art entstehende Ama besitzt laut Ayurveda die gleiche Bedeutung wie durch die Umwelt aufgenommenes Ama (verschmutzte und chemisch behandelte Nahrung, Umweltgifte, Abgase und Medikamente). Deshalb ist es auch nachvollziehbar, dass Ayurveda einen großen Wert auf eine individuelle abgestimmte Kost legt, der Mensch aber dabei immer im Mittelpunkt steht.

Wenn Ama nicht aus dem Körper entfernt wird und sich weiterhin aufbaut, verlässt es den Verdauungstrakt und beginnt im Körper zu zirkulieren. Wenn sich Ama in einer bestimmten Gegend im Körper festsetzt, wird es im Laufe der Zeit reaktionsfreudig und vermischt sich mit den Subdoshas, den Dhatus (Körpergewebe) oder Malas (Ausscheidungsprodukten). Wenn es sich mit diesen physiologischen Anteilen vermischt, wird es zu Amavisha (Gift).

Grundsätzlich wird sich jedes Handeln in unserer Verdauung widerspiegeln. Wenn ein Mensch Ama ansammelt, ist es grundsätzlich möglich, dieses wieder aus dem Körper zu entfernen. Dafür wird das Verdauungsfeuer Agni ins Gleichgewicht gebracht und/oder zusätzlich Ama aus dem Körper ausgeleitet.

Nimmt das Agni ab – nimmt automatisch Ama zu

Die Beschaffenheit von Ama ist „klebrig“. Nur durch die Stärkung des Agnis kann Ama sprichwörlich „verbrannt“ werden!

Ama hat die Eigenschaft, sich mit einem gestörten Dosha zu verbinden. Diese Verbindung setzt sich dann an einer Schwachstelle im Gewebe fest

Liegt nur ein Dosha-Ungleichgewicht vor, also ohne Ama, dann kann sich das Ungleichgewicht durch ausgleichende Maßnahmen wieder zurückbilden

 

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